Lycaena - Feuer- und Dukatenfalter

 

 

 

 

Von der artenreichen Gattung Lycaena werden die Meisten ausschließlich den Kleinen Feuerfalter, Lycaena phlaeas zu Gesicht bekommen. Die anderen Arten sind eher selten oder an spezielle Biotope gebunden. Viele unserer schönsten Lycaena-Arten finden sich inzwischen auf der Roten Liste, so auch der Dukatenfalter, den ich als Kind das letzte Mal sah.

Der Kleine Feuerfalter bevorzugt offenes z.T. lückig bewachsenes Grasland. Alternativ wird jedoch eine Vielzahl anderer extensiver Wiesenstandorte besiedelt. Infolge der vier Generationen jährlich, lässt sich der Falter von Mai - Ende Juni und von Mitte Juli - September beobachten. Die Männchen sollen Reviere besetzen, die sie gegen Konkurrenten verteidigen. Auf Mallorca fotografierte ich eine Form mit besonders langen Flügelzipfeln.

Die Raupen des Kleinen Feuerfalters entwickeln sich an Sauerampfern (Rumex acetosa, R. acetosella) sowie Dost (Origanum vulgare). Auch bei dieser Art erfolgt die Überwinterung im Raupenstadium.

Auf den Trockenrasenhügeln Kösterbecks kann man noch relativ häufig eine weitere Lycaena-Art beobachten. Es handelt sich um den Braunen Feuerfalter, L. tityrus. Dieser Schmetterling scheint stärker an Trockenrasenstandorte gebunden zu sein, als der Kleine Feuerfalter. Bei Hagenow fand ich L. tityrus jedoch auch auf Ruderalflächen. Er soll nach dem Kleinen Feuerfalter die zweithäufigste Lycaena-Art sein.

Die Raupen von L. tityrus entwickeln sich primär an Sauerampferarten (R. acetosa, R. acetosella). Jährlich werden zwei Generationen hervorgebracht, die von Mai - Juni und von Mitte Juli - Mitte September fliegen. Wie der Kleine Feuerfalter, überwintert die Art als Raupe.

Alle unsere Wiesenschmetterlinge sind durch Intensivierung, Meliorierung und Beikraut-regulierung der Grünlandnutzung gefährdet.

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Nach Jahren in Feld und Flur gibt es immer noch Überraschungen. Im Sommer 2013 beobachtete ich einen ungewöhnlich aussehenden Feuerfalter an einer Distel in Wichmannsdorf. Als das Tier kurz die Flügel öffnete, zeigte sich ein metallisch-oranger Schein - es war ein Dukatenfalter, L. virgaureae [RL D 3, RL M-V 0]. Trotz des vmtl. begründet niedrigen Schutzstatus in M-V, hatte ich die Art seit über dreißig Jahren nicht mehr gesehen.

Das abgebildete Exemplar saugte ohne Scheu an den Distelblüten des Feldrandes. Hierbei zeigte sich wieder die enorme Bedeutung der Distel als Insektenweide. Da es sehr warm war, musste ich lange warten bis der Falter die Flügel öffnete.

Die Raupe des Dukatenfalters entwickelt sich an Sauerampferarten (R. acetosa, R. acetosella), welcher auf den Weiden um Wichmannsdorf reichlich vorkommt. Unmittelbar nach dem Schlupf der Raupe erfolgt die Überwinterung, noch in der Eihülle.

Der Dukatenfalter fliegt von Mitte Juni - August. Die Art, die primär an magere trockene Standorte gebunden sein soll, wird bundesweit inzwischen auf der Roten Liste 3 geführt.

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Wer den schönen Dukatenfalter sicher antreffen und in einem intakten Habitat beobachten will, muss den Zeitzer Forst aufsuchen. Hier entstanden die beiden Fotos links unten.

Literatur:
Settele, Josef et al.: Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. 2. Aufl. Stuttgart: Ulmer, 2009
Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos Schmetterlingsführer - Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen.2. Aufl. Stuttgart: Kosmos, 2009
Söderström, Bo: Svenska fjärilar - En fälthandbok. 1. Aufl. Stockholm: Bonniers, 2006
Tolman, Tom; Lewington, Richard: Schmetterlinge Europas und Nordwestafrikas. 2. Aufl. Stuttgart: Kosmos, 2012