Argynnis - Perlmutterfalter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere größte Perlmutterfalterart, der Kaisermantel, Argynnis paphia [RL D 0; RL M-V 3] ist unter den Lepidopteren des Sanitzer Forstweges die imposanteste Erscheinung. Mit schnellem Flug in müheloser Eleganz und der auffälligen Größe beherrschen die Imagines das Bild der lichten Waldwege und Waldwiesen. Hier können die Falter noch relativ häufig beim Nektarsaugen an Distel- und Dostblüten beobachtet werden. 

Die Männchen vollführen rasante Konkurrenzflüge oder steuern anfliegende Falter in der Hoffnung auf paarungsbereite Weibchen an. Entlang der Waldwege und im Unterholz der lichten Säume der angrenzenden Buchenbestände finden sich die Raupenfutterpflanzen, verschiedene Veilchenarten (Viola spec.), so dass der Bestand zunächst stabil erscheint. Alternativ soll das ebenfalls im Untersuchungsbereich vorkommende Mädesüß (Filipendula ulmaria) als Wirtspflanze genutzt werden. Der Kaisermantel überwintert als Jungraupe, erscheint ab Juni als Falter und fliegt bis Mitte September.

Auffällig sind die mit bloßem Auge gut sichtbaren Duftschuppen an den glänzenden Rippen der Vorderflügel der Männchen. Nach dem Ansteuern und Erkennen werden die Weibchen unterflogen und mittels eines Lockstoffes dieser Duftschuppen zum Landen für die Paarung animiert. Eine Besonderheit der Art ist das Auftreten von bräunlich-grünen Farbvarianten unter den Weibchen, von denen ich in Sanitz einige Exemplare fotografieren konnte.

Auf den Waldwegen, die ich besuchte, konnte ich die Art nur im Sanitzer Forst regelmäßig antreffen. An vielen anderen geeigneten Stellen fehlt der Falter. Inzwischen wird der Kaisermantel in M-V auf der Roten Liste 3 = "gefährdet" geführt. Es ist zu vermuten, dass geeignete Raupenfutterpflanzen sowie hinreichend lichtdurchlässige, blühstaudenreiche Wege oder Waldwiesen fehlen. 

Im Sanitzer Forst gibt es noch lichte, frische Randzonen an denen Veilchen wachsen, breite Waldwege und blütenreiche Waldwiesen. Dennoch wird auch hier durch den Ausbau von Weggräben in den Wasserhaushalt eingegriffen, so dass Veränderungen der Flora zu erwarten sind. 

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Auf einer Reise nach Thüringen konnte ich mehrfach den Feurigen Perlmutterfalter, A. adippe [RL D 3; RL M-V 2] fotografieren. Auch dieser Vertreter der Gattung Argynnis entwickelt sich als Raupe an Veilchen (Viola spec.). Die Männchen dieser Art sind an ausgeprägten Duftschuppenleisten zu erkennen. Der Feurige Perlmutterfalter fliegt von Mitte Juni - August und überwintert als Jungraupe.

Bei den anschließend abgebildeten Perlmutterfaltern, die ich als Große Perlmutterfalter, A. aglaja [RL D V, RL M-V 1] eingestuft habe, bleibt eine Restunsicherheit infolge der schwierigen Artansprache. Im Gegensatz zur vorhergehenden Art besitzen die Männchen des Großen Permutterfalters nur schwach ausgeprägte Duftschuppenleisten.

Die Falter fand ich z. T. im gleichen Habitat, wie A. adippe. A. aglaja nutzt ebenfalls Veilchen-Arten (Viola spec.) als Raupenfutterpflanzen. Die Flugzeit erstreckt sich von Mitte Juni - Mitte August. Auch bei dieser Art erfolgt die Überwinterung im Jungraupenstadium.

Literatur:
Settele, Josef et al.: Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands. 2. Aufl. Stuttgart: Ulmer, 2009
Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos Schmetterlingsführer - Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen.2. Aufl. Stuttgart: Kosmos, 2009
Söderström, Bo: Svenska fjärilar - En fälthandbok. 1. Aufl. Stockholm: Bonniers, 2006
Tolman, Tom; Lewington, Richard: Schmetterlinge Europas und Nordwestafrikas. 2. Aufl. Stuttgart: Kosmos, 2012